Freitag, 13. Februar 2009

The Strangers

Horror muss nicht viel Blut verspritzen. Um zu gruseln, sind nicht massenhaft Leichen nötig. Manchmal reicht es, schleichend und sachte die Grundfesten der heimischen Sicherheit zu zerstören, um dem Publikum schlaflose Nächte zu verschaffen. Das hat auch Bryan Bertino begriffen. Den Horrortrip, auf den der Regisseur seine Hauptdarsteller Liv Tyler und Scott Speedman schickt, dürfte zwar den hart gesottenen Fans des Genres zu harmlos sein, doch alle anderen werden ihre Haustür dreimal abschließen, bevor sie ins Bett gehen.„The Strangers“ beschreibt ein als fürchterlich romantisch geplantes Wochenende von James und Kristen im Sommerhaus seiner Eltern. Er hat ihr einen Heiratsantrag gemacht, sie ist aber noch nicht so weit. Dann stehen auf einmal maskierte Fremde im Garten und bedrohen das Pärchen. Mit Kleinigkeiten terrorisieren sie die beiden. Am erschreckendsten mag die Szene sein, in der Kristen in der Küche ein Glas Wasser trinkt und nicht merkt, dass ein Fremder hinter ihr steht.Dass sich Bertino mit seiner Geschichte trotz der kurzen 85 Minuten viel Zeit für den Terror lässt und sich Szenen, in denen eigentlich nichts passiert, bedrohlich langsam dahinschleichen, trägt dazu bei, dass der Spannungsbogen bis ins fast Unerträgliche gespannt wird. Mehr als ein paar Soundeffekte, ein durchs Haus schleichender Mann mit einem Jutesack über dem Gesicht sowie das ängstliche Gesicht der wunderschönen Liv Tyler braucht es nicht, um bis ins Mark zu erschrecken.
Erschienen in der Dewezet am 25. November 2008.