Freitag, 13. Februar 2009

Sieben Leben

Wer glaubt, sich bei diesem Film nur an dem Star orientieren zu können, und einen typischen Will-Smith-Streifen mit jeder Menge Action und warmherzigem Humor zu bekommen, der dürfte schwer enttäuscht werden oder hoch erstaunt sein: Denn der Superstar hat weitaus mehr im Repertoire. Doch da Geheimniskrämerei rund um die Geschichte von „Sieben Leben“ Programm ist, dürften sich einige Kinobesucher mit völlig falschen Erwartungen verirren.Die große Stärke undauch Schwäche des FilmsWill Smith hat bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass er mehr kann als nur lustige Sprüche zu klopfen und ein Händchen für unterhaltsame Projekte zu haben. So angelte er sich mit „Ali“ eine Oscarnominierung und brachte seine Fans mit „Das Streben nach Glück“ zum Weinen. Mit Regisseur Gabriele Muccino bricht der Superstar dem Publikum erneut das Herz. Aber diesmal ganz, ganz langsam.Zwar erfährt der Zuschauer bereits in den ersten Minuten, dass Smiths Figur Ben Thomas plant, Selbstmord zu begehen. Doch Grund und Ausmaß der Entscheidung beginnt man erst gegen Ende dieses sensiblen Dramas zu erahnen. Das ist sowohl die große Stärke als auch die Schwäche des Streifens. So fällt es lange schwer, sich in die Geschichte und die tragischen Umstände von Bens Leben ziehen zu lassen. Weiß man doch nicht, was diesen tieftraurigen Mann antreibt. Lässt man sich auf diese Erzählweise ein, ist Bens Geschichte in Retrospektive umso gewaltiger.Nur so viel zum Plot: Ben hat einen furchtbaren Fehler begangen, der nicht nur sein Leben zerstört hat. Jetzt versucht er als Buße das Leben von sieben Fremden radikal zum Besseren zu verändern. Bei seiner Suche nach würdigen Kandidaten verliebt er sich in die herzkranke Emily, die ihm Lebensfreude schenkt.Nicht nur Will Smith überrascht mit dem ruhigen Film „Sieben Leben“: Er spielt seine traurige Rolle mit so vielen sanften Untertönen, dass man ihm gern ins Ungewisse der Geschichte folgen mag. Auch Rosario Dawson als Emily verspricht mit diesem Film, dass man noch auf ganz große mimische Momente von ihr hoffen darf.
Erschienen in der Dewezet am 15. Januar 2009.