Freitag, 13. Februar 2009

Ratatouille

Seit Pixar vor zwölf Jahren mit dem ersten komplett computeranimierten Kinofilm ein neues Zeitalter in der Filmgeschichte einläutete, steht der Name für höchste Qualität. Auch diesmal wieder mit Remy, einer außergewöhnlichen Ratte aus Frankreich. Denn der wählerische Nager interessiert sich für die Haute Cuisine. Müll fressen ist einfach nicht sein Ding. Ein bisschen Safran auf einem geräucherten Pilz mit Käse und Rosmarin schon eher.Durch einen Zufall landet Remy direkt in einem der besten Restaurants in Paris und schließt Freundschaft mit einem Küchenjungen. Gemeinsam kreieren die beiden – Remy steuert seinen menschlichen Freund Linguini unter der Kochmütze über das Zupfen an dessen Haaren – die aufregendsten Gerichte, die das Gourmetrestaurant je gesehen hat. Bis das chaotisch-geniale Duo mit dem Schwindel natürlich auffliegt.Ausgerechneteine RatteWas Pixar dazu bewegt hat, eine Ratte in die Küche eines Spitzenrestaurants zu packen ist ungewöhnlich. Die Vorstellung: Ratte in der Küche, löst fast automatisch Ekel aus. Da mag Remy sich noch so oft die Pfötchen waschen und auf den Hinterbeinen gehen, damit seine „Hände“ fürs Kochen sauber bleiben.Zum Glück zieht die von Regisseur Brad Bird erzählte Geschichte den Zuschauer so sehr ins Geschehen, dass man seinen Ekel ganz schnell vergisst. Die Verbindung zwischen Remy und Linguini ist so niedlich und bietet so viele Gags, dass „Ratatouille“ zu einem riesigen Spaß wird.Hinzu kommt, dass der Film technisch brillant gestaltet ist, vollgestopft mit vielen netten, kleinen Ideen. So besitzt etwa der Arbeitsraum des ebenso miesepetrigen wie blassen Restaurantkritikers Anton Ego (sic!) die Form eines riesigen Sargs. Und Linguinis kleine Wohnung ist so bescheiden, dass das Badezimmer keine Tür, sondern nur einen Vorhang hat.Mit „Ratatouille“ ist den Pixar-Animateuren wieder ein liebenswertes Meisterwerk gelungen.
Erschienen in der Dewezet am 4. Oktober 2007.