Freitag, 13. Februar 2009

Mirrors

Wenn ein Schauspieler erst einmal durch eine Rolle so sehr zur Ikone geworden ist wie Kiefer Sutherland durch Jack Bauer in der TV-Serie 24, dann ist es sehr schwer die Figur für andere Projekte wieder abzuschütteln. So sehr Sutherland bemüht ist, seiner Figur Ben eine gebrochene Qualität zu verleihen und ihn zum einfachen Mann zu machen, wartet man förmlich darauf, dass sich der Mann als Top-Agent von CTU zu erkennen gibt, sobald der ehemalige Cop seine Waffe zieht. Doch das tut dem Horrorstreifen Mirrors keinen Abbruch.Polizist Ben hat den Tod eines Kollegen nicht überwunden. Durch seinen Zusammenbruch hat er sowohl seinen Job als auch seine Familie verloren und versucht, sich wieder zu berappeln und vom Sofa seiner Schwester wegzukommen. Dafür arbeitet er als Nachwächter in einem alten ausgebrannten Kaufhaus. Dort muss er schnell entdecken, dass hinter den riesigen Zierspiegeln etwas Böses lauert und ihm über alle Spiegel folgen kann.Besonders die anfänglichen Szenen im dunklen Kaufhaus, in denen fast nichts passiert, sind fast unerträglich spannend, weil sie eine schaurig bedrohliche Atmosphäre aufbauen, die jeder, der schon mal irrationale Angst im Dunkeln verspürt hat, kennt. Was als scheinbar harmloses Spiegelkabinett von gruseligen Trugbildern beginnt, wird schnell zur grausamen Bedrohung.Regisseur Alexandre Aja schont auch im übersinnlichen Genre sein Publikum nicht. Spätestens, wenn Amy Smarts Spiegelbild sich selbst den Unterkiefer langsam aus dem Gesicht reißt, ist klar warum der Film erst ab 18 Jahre freigegeben ist. Mirrors ist zwar nicht gerade ein Feuerwerk an Originalität. Dennoch ist der Film ein durch und durch gelungener Horrorschocker.
Erschienen in der Dewezet am 4. November 2008.