Freitag, 13. Februar 2009

Mamma Mia!

Es ist schon ein Segen, dass das lange Zeit totgeglaubte Musical vor ein paar Jahren zu neuem cineastischen Leben erweckt wurde. Denn kaum ein anderes Genre kann solche Emotion hervorrufen. Schließlich ist Musik eine machtvolle Waffe. So wird uns heute diese wundervolle Verfilmung der Abba-Bühnenshow „Mamma Mia!“ zum Geschenk gemacht.Sophie lebt mit ihrer Mutter auf einer kleinen griechischen Insel. Als Sophie heiraten will, stöbert sie in Mamas alten Tagebüchern, um endlich herauszufinden, wer ihr Vater ist, damit dieser sie zum Altar führen kann.Gleich drei Männerkommen infrageDoch es kommen gleich drei Männer infrage. Kurzerhand lädt die junge Braut alle drei ein, ohne ihre Mutter vorzuwarnen. Und dann tauchen auch noch alle drei auf der Insel auf. Das Chaos ist perfekt. Zumal Mama Donna alte Gefühle für ihre Verflossenen entdeckt. Mit viel sonniger Sommerlaune, Schwung und Witz erzählt Regisseurin Phillida Lloyd die rasante Geschichte irgendwo zwischen griechischer Tragödie und Peter Steiners Bauerntheater.Und natürlich ist der Film von vorne bis hinten gespickt mit den besten, schmissigsten und herzzerreißendsten Abba-Songs, sodass es bisweilen schwer fällt, in seinem Kinosessel nicht lauthals die alten geliebten Hits mitzuträllern. Doch nicht die Musik allein macht den Charme dieses Feel-Good-Films aus. Wenn es um die Besetzung geht, könnte man bei jedem Einzelnen ins Schwärmen geraten. Das sind zum Beispiel die drei potenziellen Väter, dargestellt von dem kantigen Stellan Skarsgard, dem liebenswerten, wenn auch etwas tollpatschigen Colin Firth und dem unverschämt gut aussehenden Pierce Brosnan.Die bildschöne noch recht unbekannte Amanda Seyfried spielt mit einem ansteckenden Lachen und einer kräftigen Engelsstimme die junge Braut Sophie.Und dann ist da das Damentrio. Julie Walters und Christine Baranski rocken als die besten Freundinnen von Donna die Leinwand. Aber der Film gehört unbestritten der grandiosen Meryl Streep. Wenn wir es nicht vorher schon gewusst hätten, dass diese Frau das Beste ist, was das Kino seit Jahrzehnten zu bieten hat, dann wüssten wir es spätestens jetzt.Arschbombeam BootsstegNicht nur, dass Madame Streep eine beeindruckende Stimme hat. Auch tobt sie in Latzhose zu „Dancing Queen“ hüpfend übers Bett, nur um anschließend am Bootssteg eine Arschbombe hinzulegen. Gleichzeitig verleiht sie dem Song „The Winner takes it all“ so viel tragische Tiefe, dass sie einem das Herz bricht und „Mamma Mia!“ nicht nur ein glückliches Dauerstrahlen, sondern auch jede Menge Tränen auf die Gesichter der Zuschauer zaubern dürfte.„Mamma Mia!“ ist das Kino-Muss dieses Sommers. Unbedingt ansehen und sich zwei Stunden pure Freude im Kinosaal abholen.
Erschienen in der Dewezet am 22. Juli 2008.