Freitag, 13. Februar 2009
Krabat
Otfried Preußler ist eigentlich berühmt für seine familienfreundlichen Geschichten. Ob nun „Die kleine Hexe“ oder „Räuber Hotzenplotz“, Preußler gehört einfach zur literarischen Kindheit dazu. Krabat dagegen richtet sich an das bereits etwas reifere Publikum. Nun wurde der Jugendroman von 1971 mit junger Starbesetzung verfilmt. Die Geschichte der 14-jährigen Waisenjungen, der während des 30-jährigen Krieges seine Mutter an die Pest verliert, bei einem Müller als Lehrling anfängt und dort auch gemeinsam mit elf anderen Burschen in die Schwarze Magie eingeweiht wird, wirkt wie ein seltsames Gipfeltreffen von der zauberhaften Welt von Harry Potter und der stinkenden und schlammigen Realität von „Schlafes Bruder“.Ständig sind Krabat und die Gesellen beschmiert mit Dreck und Mehl, haben sogar größtenteils verfilzte Haare und gelbe Zähne. Dass Krabats Beißerchen in einigen Szenen so strahlend weiß über die Leinwand blitzen als würde Brad Pitt zu einem Foto-Shoot vorbeischauen, ist nur einer von vielen, aber kleinen und verschmerzbaren Schönheitsfehlern.Was für den neugierigen Jungen wie ein großes Abenteuer beginnt, das verspricht ihn von den einfachen Menschen abzuheben, wird bald bitterer Ernst. Denn der Meister benutzt seine Lehrlinge, um jung zu bleiben. Jedes Jahr zieht er gealtert und zerbrechlich in die verschneiten Berge. Dann stirbt einer der jungen Männer, der Meister kehrt verjüngt zurück und ein Neuankömmling nimmt den Platz des Toten ein: Der ewige Kreislauf der Mühle. Nur die Liebe kann den Zauber brechen.Verletzlichkeitund StärkeWährend Jungstar David Cross stellenweise etwas unbeholfen durch seine Rolle tapst, besticht vor allem Daniel Brühl als sein väterlicher Freund Tonda. Brühl verbindet die Verletztlichkeit und Stärke seiner tragischen Figur und spielt sich trotz seiner kurzen Zeit auf der Leinwand – wie kein anderer in diesem düsteren Streifen – in das Herz des Publikums. Ob der Film die Erwartungen der Krabat-Fans erfüllen kann, bleibt allerdings abzuwarten. Erschienen in der Dewezet am 8. November 2008.
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