Freitag, 13. Februar 2009

König der Wellen

Es ist schon arg verwunderlich, dass ausgerechnet Pinguine in den letzten Jahren die Filmwelt erobert haben. Obwohl eigentlich nur „Die Reise der Pinguine“ (ein Dokumentarfilm) und „Happy Feet“ (ein Animationsfilm über singende und steppende Watschelvögel) in den letzten zwei Jahren im Kino zu sehen waren, fühlen sich die Kinozuschauer übersättigt. „König der Wellen“ kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Anstatt auf der Pinguinwelle zu surfen, stößt das Animationsabenteuer im Vorfeld schon auf Ablehnung. Auch wenn surfende Pinguine noch nicht da waren und genauso abwegig sind wie ihre steppenden, trällernden Verwandten. Dabei ist die leicht abgedrehte Grundidee nett. Im Stil eines Dokumentarfilms – wackelnde Kamera, Pseudointerviews, Pannen und Kommentare vom Kameramann inklusive – willigt der antarktische Pinguin Cody Maverick ein, sich bei seiner Reise zum Surfwettbewerb auf Pen Gu Island von einem Filmteam begleiten zu lassen. Die Dialoge sind dadurch etwas frecher, natürlicher und lockerer als in den meisten Animationsfilmen. Statt platter Gags ist Situationskomik das große Plus der befrackten Wellenreiter. Der Rest kommt leider vom Reißbrett.
Erschienen in der Dewezet am 20. September 2007.