Freitag, 13. Februar 2009

James Bond 007: Ein Quantum Trost

Daniel Craig hat mit „Casino Royale“ die Feuerprobe bestanden und kehrt nun für seinen zweiten Bond zurück. Da er mit seinem Erstling bereits den Standard gesetzt hat, der härteste Bond aller Zeiten zu sein, muss der Brite diesmal natürlich noch einen draufsetzen. Dass ausgerechnet der deutsche Feingeist Marc Forster dafür auf dem Regiestuhl Platz nahm, sorgte zwar anfangs etwas für Verwirrung. Doch Forster liefert mit seinem ersten Action-Film wahre Bombastik. Rasende Autos undfliegende FäusteUnd das ohne viel Schnickschnack, sondern mit viel handgemachtem Krawumm, rasenden Autos und fliegenden Fäusten. Die Eingangsszene, in der Bond bei einer Autojagd in Italien arg lädiert wird, wirkt, als wolle Forster von Anfang an nicht nur beweisen, dass er dieses Genre beherrscht. Dass der Zuschauer bei all den schnellen Schnitten kaum noch Luft holen kann, scheint Forster auch für den restlichen Film nicht zu stören. Schließlich ist es nicht wichtig, ob jeder kleine logische Schritt vom Publikum wahrgenommen wird.„Ein Quantum Trost“ setzt dort an, wo „Casino Royale“ aufhört. Bond hat sich Mr. White geschnappt, der hinter dem Tod von Vesper stecken könnte. Doch Bond und seine Chefin M erfahren, dass sich dahinter eine viel größere Organisation namens Quantum verbirgt. Wütend fegt Bond nun von Italien über Österreich, Haiti und Bolivien und die Leichen böser Jungs und schöner Mädchen pflastern schnell seinen Weg.Während Daniel Craig souverän durch den Streifen rennt, ballert und kämpft, erweist sich Regisseur Forster als wahrer Glücksgriff. Nicht nur, dass der Deutsche, der sich vor allem durch „Drachenläufer“ und „Wenn Träume fliegen lernen“ einen Namen gemacht hat, das Tempo auf höchstem Niveau hält und dennoch Zeit für die kleinen stillen Momente findet. Auch hat Forster ein Auge für schöne Einstellungen, Winkel und Bildkompositionen.Besonders die Kombination der Tosca-Musik in Bregenz mit dem Geballer hinter der Bühne hat ungewöhnlich viel Stil. Dass es weit weniger Sexszenen gibt als in allen anderen Filmen über den Super-Agenten, tut dem Streifen keinen Abbruch. Die beiden Bond-Girls Olga Kurylenko und Gemma Arterton hinterlassen dennoch einen starken Eindruck.
Erschienen in der Dewezet am 7. November 2008.