Freitag, 13. Februar 2009

Die Insel der Abenteuer

Von so einem Leben hat wohl jeder schon einmal geträumt. Die elfjährige Nim und ihr Vater sind die einzigen Bewohner einer kleinen südpazifischen Insel. Während Papa seltene Plankton-Arten erforscht, spielt Nim mit ihrer besten Freundin, der Robbe Selkie, Fußball oder geht mit dem Leguan Fred auf kleine Entdeckungsreisen. Wenn sie nicht grade draußen am Strand tobt oder durch den kleinen Dschungel streift, wird das Mädchen zur Leseratte und lässt sich in die Welten des Abenteurers Alex Rover entführen. Doch dann gerät ihr Vater bei einer seiner Forschungsfahrten mit dem Segelboot in Seenot. Als dann auch noch ein Kreuzschiff mit vielen lauten Touristen einen Zwischenstopp auf Nims Insel einlegt, bittet die Elfjährige ihren Helden, Alex Rover, per E-mail um Hilfe. Was sie noch nicht ahnt: Hinter dem größten Abenteurer der Welt verbirgt sich ein riesiger Angsthase.NeurotischeSchriftstellerinNämlich die neurotische Schriftstellerin Alexandra Rover, die sich nicht einmal traut ihre Wohnung zu verlassen und hysterische Anfälle bekommt, wenn eine kleine Spinne über ihren Schreibtisch klettert. Doch in der Notsituation müssen die beiden Frauen über sich selbst hinaus wachsen, und stützen sich, wenn auch hunderte von Kilometern von einander entfernt, ins Abenteuer.Auf den ersten Blick ist „Die Insel der Abenteuer“ nichts weiter als ein verklärtes, wenn auch liebevoll verspieltes Bild eines modernen Robinson-Lebens. Doch dann ist da Jodie Foster als die durch und durch von Phobien geplagte Alexandra. Hätte irgendjemand vorher schon gewusst, dass die Drama-Dame auch Slapstick derart perfekt beherrscht, und so herrlich komisch sein kann, hätte ihre Karriere bestimmt ein bisschen anders ausgesehen.Ein besonders netter Clou: Immer wieder gleiten sowohl Nim als auch Alexandra in ihre Fantasiewelten, um ihren Alltag zu bewältigen ab. Während Nim Abenteuer wie ihr Held Alex Rover erlebt, führt Alexandra ein heftig diskutierende Beziehung zu ihrer Fantasiefigur.Ebenfalls ein schöner Kniff ist übrigens, dass sowohl Rover als auch Nims Vater von dem wundervollen Gerald Butler gespielt werden. „Die Insel der Abenteuer“ bietet nicht nur für Kinder spaßige und spannende Kinozeit - und das vor traumhafter Südsee-Kulisse.
Erschienen in der Dewezet am 21. Juni 2008.