Freitag, 13. Februar 2009

Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia

Angefangen hat alles mit dem bisher unerreichten Erfolg von Herr der Ringe. Natürlich wurde, wie bei jedem großen Box-Office-Ansturm eine Welle der Nachahmer losgetreten. So ist es kein Zufall, dass der erste Teil der Narnia-Filme besonders in seinen Landschaftsaufnahmen seinem großen Bruder derart ähnelte.Der zweite Trip in das Zauberland von C. S. Lewis, in dem nicht nur Tiere sprechen können, sondern auch Zwerge, Faune, Zentauren und Minotauren hausen, steht ein kleines bisschen mehr auf eigenen Beinen. Ist da doch der recht ordentliche Erfolg seines eigenen Vorgängers, auf den sich „Die Chroniken von Narnia Prinz Kaspian von Narnia“ stützen kann.In dem zweiten der insgesamt sieben Teile ist im Leben der Pevensie-Geschwister nur ein Jahr vergangen, seit sie aus einem langen Leben in Narnia als Kinder zurück nach England gekehrt sind. Da bricht plötzlich in der Londoner U-Bahn-Station die Wand weg und ein weiterer Weg öffnet sich in das magische Land.Doch Lucy, Susan, Peter und Edmund finden nicht ihre geliebte Zauberwelt vor. Dort sind nämlich inzwischen 1300 Jahre ins Land gezogen. Die Bewohner Narnias wurden von ihren menschlichen Nachbarn in Telmar verfolgt und systematisch ausgerottet. Nur wenige konnten sich verstecken und überleben.Als der Telmar-Prinz Kaspian vor seinem grausamen Onkel Miraz, der nach dem Thron trachtet, nach Narnia flieht, ruft er mit Susans Horn die Pevensie-Geschwister und ehemaligen vier Könige zurück, verbündet sich mit ihnen und kämpft gemeinsam mit den Geschöpfen Narnias gegen die Tyrannenherrschaft.Während der erste Teil noch voller christlicher Allegorien war und ganz kindgerecht vor sich hinplätscherte, kommt Kaspian etwas flotter und erwachsener daher. Die wilden Schlachten fordern schließlich ihre Opfer.Auch visuell hebt sich Narnia 2 von dem bilderbuchhaften Vorgänger düster ab. Dennoch hüpfen immer noch vor sich hin plappernde Tiere durchs Bild und besonders die kleine Lucy sieht einfach herrlich naiv niedlich aus. Das größte Problem mit dem sich der Fantasy-Streifen herumschlagen muss: Es gibt keine zentrale Figur, mit der die Zuschauer mitfiebern könnte. Dazu steht Newcomer Ben Barnes als Kaspian zu sehr im Hintergrund und auch die vier kindlichen Hoheiten teilen sich ihre Zeit auf der Leinwand gerecht auf. Dennoch: Sollte sich Regisseur Andrew Adamson mit jedem Narnia-Film derart steigern, dann darf man sich auf eine spannende Serie freuen.
Erschienen in der Dewezet am 2. August 2008.