Freitag, 13. Februar 2009

Der Mondbär

Ein kleines Flugzeug kommt am Nachthimmel ins Trudeln und stürzt ab. Doch bevor es im kleinen beschaulichen Wald eine Bruchlandung hinlegt, rammt es noch den Mond und der fällt vom Himmel. Dort findet ihn der Mondbär, der, wie sein Name es schon sagt, vom Mond besessen ist.Mondbär nimmt den Mond mit nach Hause, füttert ihn mit Honigkuchen und spielt Mühle mit ihm. Als am nächsten Morgen der Sonnenvogel zu zwitschern beginnt, fällt der Mond in einen Tiefschlaf, aus dem ihn die Waldbewohner nicht aufwecken können. Daraufhin ziehen Mondbär, Hase und Marienkäfer los, um eine Lösung zu finden, wie sie ihn wecken können und zum Himmel zurückbringen.Die Computeranimationen des Mondbären-Films orientieren sich stark an der Optik von Kinderbüchern für die ganz Kleinen, was einen durchaus interessanten Effekt hat.Doch die Geschichte zieht sich ziemlich unaufgeregt und mit seltsamer Logik. Besonders die Suche nach dem Sonnenvogel in dem grauen bedrohlichen Tal, in dem angeblich ein Wesen namens Polilux wohnt, das einem den Spaß aussaugt, hat etwas Verstörendes. Die rappenden Krähen sind dran nicht ganz unschuldig.Dass sich hinter Polilux ein etwas spleeniger und leicht obsessiver Junge verbirgt, der im Streit um die Farbe der Kuchentütchen seine Zwillingsschwester vergrault hat, macht die Sache nicht wirklich besser. Zumal Polilux mit seinem ständigen „Nicht, nicht wahr“ nach jeden Satz ein bisschen nervig ist.Unbehagen mitrüpelhaftem FuchsEine weitere Figur, die immer wieder etwas Unbehagen auslöst, ist der ständig rülpsende rüpelhafte Fuchs, der den Sonnenvogel unzerkaut schluckt, nur um in dann per Bungee-Springen wieder aus seinem Magen zu bekommen.Aber „Der Mondbär“ hat auch seine netten Seiten und Figuren. So etwa den witzigen Hasen, der für alles neben seinen Möhren nur wenig Aufmerksamkeit übrig hat und mit einem Glühwürmchen per schnippenden Fingern ein niedliches Licht-an-Licht-aus-Spiel erfindet und den Waldbewohnern damit auf den Sender geht.Auch der mit seiner Gitarrerockende Frosch hat durchaus seinen Charme. Doch leider ist ausgerechnet der Mondbär selbst blass und nicht besonders zum Liebhaben. Das kitschige Ende tut sein Übriges.
Erschienen in der Dewezet am 23. Oktober 2008.