Freitag, 13. Februar 2009

Der Mann, der niemals lebte

Erfolgsregisseur Ridley Scott hat sich nach „Black Hawk Down“ ein weiteres Mal ein politisches Thema vorgenommen. Diesmal zieht es Scott in den Nahen Osten. Roger Ferris ist hinter dem Al-Quaida-Führer Al-Saleem her. Während Ferris versucht, sensibel die kulturellen Unterschiede zu verstehen, respektvoll mit dem Geheimdienst Jordaniens zusammen zu arbeiten, macht ihm sein Chef Hoffmann durch nicht abgesprochene Aktionen einen Strich durch die Rechnung. Scott baut mit seiner Geschichte ein verworrenes Netz aus Lügen und Intrigen auf, die die Situation im Nahen Osten nicht nur durch die ständig unberechenbaren Anschläge im Chaos versinken lassen.Ferris schlittert von einem Schlamassel ins nächste, hat Ideen, scheitert oder ist erfolgreich. Das Ziel rutscht durch irgendeinen Faktor dann doch wieder außer Reichweite. Auch lässt Scott seine Figuren Ferris und Hoffman für sich stehen ohne sie psychologisch zu sehr für das Publikum zu sezieren. Schließlich konnte der Regisseur Leonardo DiCaprio für die Rolle des jungen Ferris und Russel Crowe als Hoffmann gewinnen. Diese beiden Mimen brauchen keine platte Erklärung, sondern hauchen ihren Figuren so viel Seele ein, dass kleine Blicke viel mehr sagen als elaborierte Flashbacks oder gefeilte Dialoge. Dass Scott mit „Der Mann, der niemals lebte“ keine Schwarz-Weiß-Haltung bezieht, sondern stattdessen versucht das Chaos einzufangen, macht den brisanten und mutigen Film umso sympathischer. Erschienen in der Dewezet am 22. November 2008.