Freitag, 13. Februar 2009
Das Lächeln der Sterne
Bei einigen Schauspieler stimmt einfach die Chemie. Richard Gere und Diane Lane, die anscheinend einmal pro Dekade beschließen, gemeinsam vor die Kamera zu treten, sind so ein Chemie-Duo. Dass diese beiden wunderschönen Mimen sich für ihr neustes Projekt nun ausgerechnet einen schnulzigen Nicolas-Sparks-Stoff ausgesucht haben, ist allerdings schade.Noch bedauernswerter ist es, dass die Dialoge und die Dramaturgie etwas gestelzt wirken, was mit Regisseur George C. Wolfe zusammen hängen mag, der bisher eher fürs Vorabendprogramm im Fernsehen „Action“ gerufen hat.Adrienne zieht sich für ein langes Wochenende zurück in das Strandhotel ihrer besten Freundin, die für ein paar Tage weg muss. Sie entflieht damit ihrem Ex-Mann, der zu ihr zurück will und ihrer Teenager-Tochter, die ihr für jedes Schlamassel die Schuld gibt. In dem Hotel gibt es nur einen Gast. Den traumatisierten Arzt Paul, der nach einem unerklärlichen Tod eines Patienten den Kontakt zu seinem Sohn und irgendwie auch zu sich selbst verloren hat. Ist ja klar, dass diese beiden verwundeten Seelen sich während eines Hurrikans in diesem wunderhübschen Haus näher kommen und sich gegenseitig heilen.Keine glückliche,gemeinsame ZukunftAber es wäre ja keine Sparks-Geschichte, wenn den beiden eine glückliche, gemeinsame Zukunft beschieden wäre. Natürlich nicht. Schließlich will Sparks ja die Tränendrüsen der Damen mittleren Semesters ein bisschen beanspruchen und die Verkaufszahlen der Taschentücher-Industrie ankurbeln.So kitschig und gleichzeitig hölzern die Geschichte manchmal daher kommt, die ganz, ganz großen Kinogefühle mögen einen nicht übermannen. Selbst dann nicht, wenn Lane über einem Brief herzzerreißend schluchzend zusammenbricht.Wären es nicht Richard Gere und Diane Lane, die da den Strand entlang spazieren, sich schmachtende Blick zu werfen, betrunken den Hurrican-Vorratsschrank von Adriennes Freundin ausräumen und Konservendosen wie Basketbälle Richtung Mülleimer werfen – nun – selbst der größte Kitschfan wäre etwas peinlich berührt.Doch so darf das netteste Traumpaar sympathisch vor sich hinturteln und der Kinofan hofft, dass beim nächsten Treffen der beiden ein Film rauskommt, auf den sie stolz sein können."4"Interview Seite 58 Erschienen in der Dewezet am 18. Oktober 2008.
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