Freitag, 13. Februar 2009

Chuck und Larry

Um die Pensionsansprüche im Fall seines Todes für seine Kinder geltend zu machen, müsste der Witwer Larry Valentine (der „King of Queens“: Kevin James) wieder heiraten. Denn er hat nach dem Tod seiner Frau verpasst, den Vertrag umzuschreiben. Aus einer Schnapsidee heraus bittet er seinen besten Freund Chuck Levine (Adam Sandler), mit ihm auf dem Papier eine „häusliche Gemeinschaft“ einzugehen. Als die Versicherung die homosexuelle Beziehung anzweifelt und Betrug vermutet, heiraten die beiden Männer und Chuck zieht in Larrys Haus und in sein Schlafzimmer ein.Weil vermutlich vor allem das typische Adam Sandler-Publikum ins Kino gezogen werden soll, stellt sich der Film mit platten Schwulenklischees und einer ordentlichen Portion Homophobie der Hetero-Männer nur langsam auf das Thema ein. Natürlich sorgt die süße Jessica Biel außerdem für die Rückversicherung, dass die beiden ja gar nicht schwul sind, sondern nur so tun, als ob. Denn Chuck darf sich in Biel, die als die Anwältin des Pseudo-Paares den Betrugsfall behandelt, Hals über Kopf verlieben. Aber natürlich darf der arme Mann ihr seine Liebe nicht gestehen. Dass am Ende alles auffliegt und jeder doch bitte sich selbst treu sein darf, ist so sicher wie der aufgeregte Protest bei „Brokeback Mountain“. Das ist ja alles ganz nett. Adam Sandler und Kevin James haben auch einige sehr niedliche Szenen miteinander. Aber am Ende bleibt doch ein schaler Geschmack zurück und die platten Schwulenwitze überschatten das Plädoyer für Toleranz.Diese Hetero-Mann-muss-schwul-spielen-Geschichte hatte Matthew Perry übrigens in der wenig beachteten Komödie „Date zu dritt“ schon mal wesentlich überzeugender vor die Kamera gebracht. Dennoch bietet der Film nette kurzweilige Unterhaltung.
Erschienen in der Dewezet am 11. Oktober 2007.