Dienstag, 27. März 2007

Knocked Out

Schlagkräftige Freundschaft
Sportfilme können noch so grandios inszeniert sein wenn die Story nicht stimmt, wechselt man doch lieber zur realen Leibesertüchtigung. Das ist auch allen Boxfans zu raten, die sich von „Knocked Out“ einen großen Sportfilm erwarten. Zwar ist Ron Sheldon eigentlich Experte dafür, Sport jeglicher Art spannend auf die große Leinwand zu bringen und brachte es mit „Tin Cup“ sogar fertig, Golf in eine Story zu verpacken. Doch diesmal hat er völlig danebengegriffen. Dabei hätte sich mit etwas mehr psychologischem Gespür durchaus etwas sehr Spannendes entwickeln lassen: Zwei fast berühmt gewordene Boxer von gestern (Woody Harrelson und Antonio Banderas) bekommen kurzfristig das Angebot, in einem Vorkampf zur großen Mike Tyson-Show in Las Vegas gegeneinander anzutreten. Dem Sieger winkt ein Titelkampf.
Für beide ist das die Chance, ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen. Und da man ja nicht nur den Kampf zeigen kann, der wenn auch aufregend in Szene gesetzt sowieso schon recht lang ist, verbringen die beiden Freunde den größten Teil des Films damit, mit ihrer gemeinsamen Ex-Freundin im Auto von Los Angeles nach Las Vegas zu fahren. Leider lässt Sheldon die potenzielle Dynamik dieses Road- und Buddy-Movies ungenutzt, so dass der Streifen nach ein paar Minuten Autofahrt so öde wird wie die Wüste Nebraskas. Das Geradeaus wird nur selten von erfrischenden Momenten abgelöst. Auch der große Fight macht diese Langeweile nicht wett, und wenn sich noch so viele Promis in dem Zuschauerraum tummeln.

Erschienen am 1. April 2000